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Allee der Diktatoren: Antifunktionierer (Review)
| Artist: | Allee der Diktatoren |
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| Album: | Antifunktionierer |
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| Medium: | LP/Download | |
| Stil: | Punkrock |
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| Label: | Abbruch Records | |
| Spieldauer: | 34:25 | |
| Erschienen: | 24.10.2025 | |
| Website: | [Link] |
„Antifunktionierer“ ist ein Statement. Ein Statement zur Perfektionslosigkeit. Oder anders herum gedacht ein Anti-Statement zum Perfektionismus, der in unserer Gesellschaft um sich greift. Gleichzeitig bilden Texte wie „Spiegel“ das Gefühl ab, nirgendwo dazuzugehören, wobei das lyrische Ich genau das vielleicht auch gar nicht will.
„Wetter“ gibt sich dagegen der alltäglichen Melancholie hin und bildet das Gefühl, immer im gleichen Trott festzustecken, in funk-affiner, leicht krautiger Punk-Kluft ab.
Jeden Tag ist Krieg“ besticht derweil durch seinen clever formulierten Text, der zu den dreckig schrammelnden Gitarren sowohl Pessimismus als auch Kritik an der Spaltung der Gesellschaft ins zynische Visier nimmt.
Ein Highlight der Scheibe ist das akustische Melancholie-Prangerprogramm „Didi und Stulle“, das sich hinten raus schwer und dreckig daherkommendem Groove hingibt und vielleicht auch einer kleinen Ode an die Menschlichkeit gleichkommt. Mehr Menschlichkeit, weniger Perfektion könnte die Kernaussage des Stücks lauten.
„Manipuliere mich“ trifft als Medien- und Konsumkritik den Nagel auf den Kopf und hinterfragt die Mechanismen von Propaganda, Führen und Folgen auf tragisch-komische Weise, wobei sich der Song als treffsicherer Ohrwurm herausstellt. Daran knüpft „Vernünftig sein“ nahtlos an, wenngleich der Ska-affine Beat den aufgekratzten Gesang derart locker kontrastiert, dass die ernste Thematik des Textes zunächst beinahe in den Hintergrund rückt.
Generell wissen ALLEE DER DIKTATOREN durch hintergründige, aber kaum aufdringliche Texte zu überzeugen, wobei die Musiker mit widerspenstigen Stücken wie z.B. „Architektur des Scheiterns“ auch mal herrlich dreckig drauflos lärmen.
„Junkies“ prangert die gängige Höher-schneller-weiter-Mentalität, bzw. die Jagd nach dem schnellen Glück, der kurzfristigen Befriedigung, wie sie in der westlichen Gesellschaft auf vielen Ebenen propagiert wird, an, ehe die „Sonnige Seite“ versöhnliche Töne anschlägt.
Von der Entscheidung sich selbst zu lieben, bzw. zu akzeptieren, dass das Leben auch schön sein darf, ist die Rede. Die Moral des Stücks könnte lauten: Das Glück ist eine Entscheidung. Dass die Musik dementsprechend lockere, beinahe Jazz-Bar-Vibes versprüht, macht also durchaus Sinn.
FAZIT: ALLEE DER DIKTATOREN präsentieren sich als „Antifunktionierer“. Das heißt auch, dass die Musik nicht immer als bloßes Konsumprodukt zu werten ist, denn auch wenn viele Stücke hier schnell ins Ohr gehen, so sind es doch die hintergründigen Texte, die, obwohl klar und simpel formuliert, nachhaltig zum Überlegen anregen wollen. Dass die Musik derweil ein breites Spektrum an Einflüssen vereint, passt zum Titel und zur Haltung der Band. Denn Eintönigkeit ist der Tod des Lebens und der Musik.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- A Seite:
- Perfekte Stadt
- Spiegel
- Wetter
- Jeden Tag ist Krieg
- Didi und Stulle
- B Seite:
- Manipuliere mich
- Vernünftig sein
- Architektur des Scheiterns
- Junkies
- Sonnige Seite
- Bass - Max Kästner
- Gesang - Mike Gutsche
- Gitarre - Stephan Patschicke, Mike Gutsche
- Schlagzeug - Marcus Thiele
- Antifunktionierer (2025) - 10/15 Punkten
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