Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Puke Wolf: Interstice (Review)

Artist:

Puke Wolf

Puke Wolf: Interstice
Album:

Interstice

Medium: LP/Download
Stil:

Post-Hardcore, Noise, Screamo

Label: Dingleberry Records/5FeetUnder Records/Heartland Records/Jean Scene Creamers
Spieldauer: 26:28
Erschienen: 15.06.2022
Website: [Link]

Der Begriff „Interstice“ beschreibt sinnbildlich einen Riss oder einen Zwischenraum. Zieht der Betrachter in diesem Zusammenhang das Artwork dieser LP heran, dann könnten die Dänen PUKE WOLF mit diesem Titel auch auf Dualität im Allgemeinen und die nicht fassbaren zwischen zwei Hälften anspielen. Die Lungenflügel-Referenz im Frontcover der Platte suggeriert zumindest Gedanken in derlei Richtung.


Musikalisch wüten sich die Musiker durch Noise-affinen Post-Hardcore, der, je nach Sänger (hier sind es drei Stimmen an der Zahl), eher introvertierte Qualen oder offensive Wut ausdrückt.
Hierbei bewegen sich sämtliche Stücke im Bereich existenzialistischer Fragen und transportieren eine bittere Tragik, die u.a. nach der Erfahrung wahrer Liebe sucht („Endless Night“), oder aber seinem Frust über Ignoranz und allgemeiner Verrohung freien Lauf lässt. Besonders letztgenannte Qualität findet sich in dem energischen Kurz-Wutbrocken „Full of Heart“.


„Bucket List“ dagegen gibt sich treibenden Rhythmen hin und schafft warmen Gitarrenmelodien Platz. Dabei wirken die Riffs und auch die melodische Bassarbeit beinahe poppig, verschließen sich aber auch einer depressiven Noise-Stimmung nicht komplett.
Als roter Faden dient in sämtliche Stücken der ungestüm-wütende Gesang, der (egal von wem vorgetragen) immer eine gewisse Verletzlichkeit suggeriert. Daran ändert auch der politische Twist in „Hubris“ nichts (es geht um die widrigen Umstände und die Rückführung von Einwandererkindern in und aus den USA.)


„A Trembling of Finches“ dagegen beginnt mit sanften Gitarren zu denen das schmerzverzerrte Geschrei eine Vielzahl von Seelenpein vermuten lässt, ehe sich Noise-affiner Hardcore breitmacht. Die klare Lead-Melodie des Stücks mündet in eine ambientöse Spoken-Word-Sequenz, ehe das Stück im finalen Ausklang unterschwellig brummend zur Ruhe kommt.


FAZIT: PUKE WOLF nehmen sich auf „Interstice“ sowohl persönlichen Dramen als auch der (scheinbaren) Verrohung unserer Gesellschaft an und verpacken diese Themen in Noise-affinen Post-Hardcore, der sich auch mal dem ein- oder anderen Tränental hingibt. Wut, Verbitterung und Verzweiflung sind hier der Antrieb für Musik, die nicht immer angenehm klingt, aber ihren Zweck als Ausdruck innerer Qualen passend erfüllt.

Dominik Maier (Info) (Review 40x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Endless Nights
  • Full of Heart
  • Bucket List
  • Hubris
  • A Trembling of Finches

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Wobei handelt es sich nicht um ein Getränk: Kaffee, Tee, Bier, Schnitzel

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!