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Paul Bernewitz: Between The Years (Review)

Artist:

Paul Bernewitz

Paul Bernewitz: Between The Years
Album:

Between The Years

Medium: CD
Stil:

Moderne Klaviermusik zwischen Jazz und Klassik

Label: Neuklang
Spieldauer: 41:31
Erschienen: 21.11.2025
Website: [Link]

Achtung! Achtung! Achtung! Achtung!
Gerade wird draußen vor der Tür aus rein wettertechnischer Situation der halbe Weltuntergang vorhergesagt.
Was machen wir da nur, wenn viele von uns verlernt haben mit normalen Wettererscheinungen, wie einem kalten, ergiebigen Winter umzugehen?
Am besten in der noch warmen Stube bleiben?
Wir lehnen uns zurück. Versuchen trotz aller bedrohlichen, panikmachenden Vorhersagen wieder zur eigenen inneren Ruhe zu finden.
Was ist diesbezüglich nicht besser, als das Piano-Album „Between The Years“ von PAUL BERNEWITZ zu hören.


Zumindest so lange, bis vielleicht ein paar bekackte Linksterroristen auf die Idee kommen, nach Berliner Vorbild unsere Stromversorgung für ganze Stadtteile lahmzulegen.
Doch stimmen wir besser nicht vor einem brennenden Stromverteiler-Kasten in das nächste Szenario des unerwarteten Grauens ein, sondern hören und genießen tatsächlich in aller Ruhe kurz nach dem 2025er/26er-Jahreswechsel „Between The Years“.
Bis wir dann besinnlich und beruhigt sowie entspannt mit „On The Streets Where You Live“ aus dem Album entlassen werden.
Nur spätestens nachdem wir wissen, dass auch in unseren Straßen überraschend das Licht ausgehen kann, während ein verantwortlicher Bürgermeister in einer gut beheizten und beleuchteten Tennishalle erstmal seinen Kopf frei kriegen anstatt vor Ort sein muss, hofft man, dass nicht gerade diese Straßenzüge, die mehrere Tage wegen ein paar vulkanischen Attentätern ohne Strom auskommen mussten, gemeint sind.


Natürlich ist „Between The Years“ mit/von PAUL BERNEWITZ nur etwas für alle, die sich gut 40 Minuten ausschließlich klassisch am Piano eingespielten, sehr eigenständig arrangierten, ziemlich melancholisch klingenden Klavierstücken hingeben können. Und wer beispielsweise einen GLENN GOULD mag oder gar liebt, der wird mit/durch Bernewitz bestens bedient.

Besondere Musik für die besonderen Momente.
Oftmals der Ruhe, aber auch mit immer wieder etwas lauter und stärker angeschlagenen Stücken. Diese Dynamik sorgt durchaus für Abwechslung, wenn nach dem sehr frei arrangierten, stellenweise kaum zu erkennenden Filmklassiker „Over The Rainbow“ plötzlich die ersten Takte des kurzen „Cipolla“ hoch, flott und laut eröffnet werden, um dann wieder in bedächtiger Ruhe zu versinken.


Die improvisierte Reduktion steht im Vordergrund auf „Between The Years“. Hierbei kommen leider die Harmonien etwas zu kurz. Wer also auf ein Piano-Album a'la Richard Clayderman hofft, der liegt bei PAUL BERNEWITZ falsch.
Der gebürtige Dresdner Bernewitz kommt aus dem Jazz – und er spielt das Jazzpiano, für das er sogar in Nürnberg seinen Bachelor erspielte. Wie das dann klingt, darf auf dieser CD mehr oder weniger bestaunt werden.
Nun gut, für diese Musik gibt es keine große Fangemeinde und das Publikum strömt nicht in Scharen heran. Hier geht es um Kunst, die sich zwischen Jazz-Improvisation und Klassik bewegt. Alles verwirklicht von einem jungen Mann an seinem Klavier. Wer sich darauf einlassen und dafür begeistern kann, wird mit „Between The Years“ belohnt.
Alle anderen aber haben nach den ersten Absätzen dieser Review sowieso sicher längst mit dem Lesen aufgehört.


FAZIT: Nicht im hemingwayschen Sinne erwartet uns 'Der alte Mann und das Meer' auf „Between The Years“, sondern 'Der junge Mann und sein Jazz-Piano', der von modernen und klassischen, aber auch literarischen Vorbildern inspiriert seine ganz eigenen Arrangements in seiner improvisiert erscheinenden Spielweise solistisch am Klavier verwirklicht. Für die einen ist das Geklimper, für die anderen die ganz große Kunst, wenn PAUL BERNEWITZ liebevoll und manchmal gar etwas aggressiv die schwarzen und weißen Tasten bearbeitet, um diesen besondere – vordergründig leise – Klänge zwischen Neuer Musik, Jazz, Klassik und Dichtung zu entlocken.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 44x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Over The Rainbow
  • Cipolla
  • Next Week
  • The Angels Of Weeds Seeds
  • Stube
  • Between The Years
  • Siddhartha
  • Justification
  • I Disappeared
  • Conclusion
  • O Täler weit, O Höhen
  • On The Street Where You Live

Besetzung:

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