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Galibot: Euch’mau Noir bis (Review)
| Artist: | Galibot |
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| Album: | Euch’mau Noir bis |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Melodic Black Metal |
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| Label: | Les Acteurs de L’Ombre Productions | |
| Spieldauer: | 30:28 | |
| Erschienen: | 20.02.2026 | |
| Website: | [Link] |
Mit dieser Neuaufnahme ihres Debütalbums thematisieren GALIBOT das Leben im Bergbau-Alltag französischer Minenarbeiter. Hinzu kommen diverse lokale Legenden, die den harten Alltag der Bergleute mystifizieren. Besungene Katastrophen, wie Grubengastote, einstürzende Stollen u.ä., rücken die fatalistische Energie der Musik in ein deprimierendes Licht.
Dabei wirken die erzählten Geschichten nahbar aus dem Leben gegriffen und auch wer des Französischen (speziell dem verwendeten Lokaldialekt von Sängerin Diffamie) nicht mächtig ist, kann sich den schroffen Kompositionen und der aufreibenden Energie der Musik nur schwer entziehen.
Dennoch malen GALIBOT auf „Euch’mau Noir bis“ nicht nur Schwarz. Die Gitarrenarbeit ist durchdrungen von einem nervösen Vibrieren, während sich der Bass dominant, aber nicht aufdringlich, durch die Stücke arbeitet und damit die markanten Rhythmen und Tempoausbrüche des Schlagzeugs gekonnt in Szene setzt.
Gleichzeitig suggeriert die Atmosphäre Gefühle von Anstrengung und persönlichem Verdruss, ob der Tatsache, dass das eigene Hamsterrad niemals endet. Man ist Gefangener seiner Umstände. Im Fall der besungenen Bergleute ist der Stollen die Falle, welche zwar zu einer Seite hin offen ist sowie Arbeit und somit Sicherheit für die Familie bedeutet, dennoch ist die Arbeit unter Tage ein extremer Knochenjob, der Körper, Geist und Seele brechen kann – weil: Abgeschnitten von der Außenwelt, vom Licht des Tages und von anderen Menschen wächst das Gefühl, sich im Stollen sein eigenes Grab zu schaufeln.
Diesen Zwiespalt zwischen Pragmatismus, Überlebenskampf und dem ständigen Potenzial für fortschreitenden Wahnsinn durch emotionale Isolation vertonen GALIBOT meisterlich. Ihr Black Metal wirkt nie prätentiös, wird gegenteilig stets von einer aggressiv-nervösen Dringlichkeit der Gitarren getragen und erdrückt den Hörer dennoch mit bleischwerer Stimmung zwischen Realismus, Fatalismus und dem marginalen Funken Hoffnung, sich aus dem zermürbenden Alltag zu befreien.
Damit haben GALIBOT, zusätzlich zur besungenen Thematik, eine Parabel auf das Leben per se vertont. Der Umstand, dass diese in jederzeit mitreißenden, weil unvorhersehbar komponierten Black Metal verpackt wird, adelt die Franzosen zu einem vielversprechenden Neuzuwachs in der Szene.
FAZIT: GALIBOT überzeugen auf „Euch’mau Noir bis“ durch eigenständigen, emotional aufwühlenden Black Metal. Hinzu kommt ein thematischer Blick über den Tellerrand, der das Genre mit einigermaßen unerwarteten Ansätzen verknüpft und das zermürbende Potenzial des menschlichen (Arbeiter-)Alltags in mitreißende Musik verpackt. Chapeau!
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Les galibots
- Cheval de fosse
- Courrières
- Barbara
- Les nords
- Terre d’euch mau
- Le Galibot
- Schlamms
- Bass - Clément Joly
- Gesang - Diffamie, BiTiDi
- Gitarre - BiTiDi
- Schlagzeug - Robin G.
- Euch’mau Noir bis (2026) - 13/15 Punkten
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