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Zeus B. Held: Zeus' Amusement – Bonus Track Edition (Review)

Artist:

Zeus B. Held

Zeus B. Held: Zeus' Amusement – Bonus Track Edition
Album:

Zeus' Amusement – Bonus Track Edition

Medium: CD
Stil:

Krautrock, Electronics, Art Pop

Label: MIG music
Spieldauer: 62:34
Erschienen: 28.03.2025
Website: [Link]

Der heldenhafte Gottvater höchstpersönlich mit dem B für die Geburtenkontrolle im Namen steigt dank MIG music mal wieder auf die schnöde Rock-Musik-Erde hinab, um uns mit einer wunderschönen Erinnerung an das Jahr 1977 und sein Album „Zeus' Amusement“ zu beglücken (oder eben zu amüsieren), das von echt kräutrigen Rockmusik-Fans längst heilig gesprochen wurde, so seltsam 'feingewellt und modern' es auch klingen mag.

Und das alles auch noch ohne jeglichen Gitarrenklang!
Ist sowas tatsächlich möglich?
Bei ZEUS B. HELD schon!


Darum ist es einfach noch einmal an der Zeit, vielleicht noch vor dem ersten Hördurchgang von „Zeus' Amusement – Bonus Track Edition“ sein altbewährtes, unvergessenes, immer zu begeistern verstehendes BIRTH CONTROL-Album „Live“, eine Doppel-LP aus dem Jahr 1974, aufzulegen, an dem ZEUS B. HELD einen riesigen Anteil hinter den Tasten beisteuert.
Der pure Hochgenuss!
Oder wir schnappen uns als nächstes gleich die feinen GURU GURU-Scheiben und lassen diese noch einmal nicht nur an unserem geistigen Ohr vorbei-, sondern direkt auf unserem Plattenspieler laufen. Ein weiterer Hochgenuss, denn schließlich drückt auch bei dieser Krautrock-Institution der Meisterklasse ZEUS B. HELD dort neuerdings die Tasten!

Mit diesen Klängen in den Ohren nehmen wir nun einen massiven (musikalischen) Wechsel vor, der seinen Reiz hat, aber wobei man, um gerecht zu bleiben und dieses Synthie- wie auch Popmelodie-lastige Scheibe, welche im Grund schon so einige NDW-Klänge, die uns dann erst in den 80er-Jahren überfluten sollten, vorwegnimmt.


„Zeus' Amusement“ ist der Beweis dafür, dass der BIRTH CONTROL-Tastenmann damals schon seiner Zeit weit voraus war. Und gerade das macht dieses Solo-Album so ungeheuer reizvoll, selbst wenn man hierbei kaum eine gurugeschwängerte, geburtenkontrollierte Parallele zu entdecken vermag.

Wobei auch diese Aussage nicht ganz haltbar ist, womit wir auch schon bei den Gästen auf dem Album wären, denn hier kommen mit Horst Stachelhaus und Manni von Bohr gleich zwei BIRTH CONTROL-Kollegen (und auf dem „Claude“-Bonus mit Lenny McDowell noch ein dritter) mit ins Spiel, die zudem auch bei MESSAGE und BRÖSELMASCHINE aktiv waren und von HOELDERLIN Nops" Noppeney – das riecht ja förmlich nach Krautrock der ersten Güteklasse. Und auch den bekommt man tatsächlich umfangreich auf „Zeus' Amusement – Bonus Track Edition“ geboten, genauso wie jede Menge durch einen Vocoder gejagten Gesang!


Ein wenig aber überträgt sich der Eindruck des etwas kitschigen Covers, das bei der 'Moralinstitution' von facebook sicher gleich wieder gelöscht wird, mit der barbusigen weiblichen, rothaarigen, über die Keyboard-Tastatur schlängelnden Schlange auch auf die Musik. Der eine oder andere, zu eifrig programmierte Tasten-Kitsch lässt durchaus grüßen. Nur das war 1978 noch ernsthaft moderne Musik-Kunst und bei weitem nicht solcher Synthie-Pop-Schrott, mit dem man uns heutzutage viel zu oft zu überschütten versucht.

Bis hierhin werden sicher beim Hören neben den Keyboard-Klangwelten auch einige Parallelen zum ALAN PARSONS PROJECT und MANFRED MANN'S EARTHBAND entdeckt werden, die ja ebenfalls Mitte der Siebzigerjahre schwer angesagt waren, während „Why Can't I Be A Singer“ unverhohlen sein eigenes atomares Element im KRAFTWERK ablegt, das tatsächlich etwas Hochexplosives in sich trägt.


Und ja – es wird immer besser!
Denn mit „L.A.'s Ok“ gibt’s sogar feinen Jazz Rock samt Saxophon geboten, der sich (ohne Saxophon) auf dem „Space Cake“ zum kosmischen Plätzchen entwickelt und dann in dem sagenhaften „Sagenhaft“ sein etwas seltsames Ende findet.


Und damit wären wir auch gleich bei den gut 18 Zusatzminuten und den vier Bonusstücken von „Zeus' Amusement – Bonus Track Edition“, die es tatsächlich in sich haben und den Kauf dieser Neuauflage seitens MIG music beinahe zwingend notwendig machen. Denn hier kommen beispielsweise mit „Why Can't I Be A Singer? (Remix by JOIX)“ und der Fortsetzung „Why Can't I Be In The Year 2025“ deutliche Erinnerungen an den CAN-Tastenzauberer HOLGER CZUKAY auf, aber auch an GURU GURU.

Alle, denen sich die eine oder andere Seite dieses (doch wirklich ungewöhnlichen) Albums nicht erschließt, für die gibt’s neben den zusätzlichen Bonusstücken auch ein achtseitiges Booklet im Digipak zu entdecken, in denen ZEUS B. HELD selbst die Linernotes verfasste – und gleich noch ein paar Bilder aus der Zeit, in der das Album entstand, mit beifügte – in denen er nicht nur die Hintergründe von „Zeus' Amusement“ beleuchtet, sondern auch zu jedem einzelnen Stück einen Kurzkommentar abliefert, in dem er mal auf den Einfluss der BEATLES, dann wiederum auf CLAUDE DEBUSSY...


...oder das Jazz-Zeitalter sowie den ersten Einsatz besagten Vocoders verweist, wobei eine besondere Aufmerksamkeit auch die als Boni verwendeten Songs erhalten.

Tatsächlich eine wirklich runde Sache, diese „Zeus' Amusement – Bonus Track Edition“, selbst wenn es eine andere und ungewohnte Seite des BIRTH CONTROL- und GURU GURU-Tastenmannes präsentiert.


FAZIT: Mit dieser von MIG music vorangetriebenen Wiederveröffentlichung des 1978er-Vinyl-Albums „Zeus' Amusement – Bonus Track Edition“ auf CD des ehemaligen BIRTH CONTROL- und derzeitigen GURU GURU-Tastenmannes ZEUS B. HELD dürfen sich alle, denen keyboardgeladener Krautrock, der schon ein wenig in die 80er-Jahre-Wellenbewegungen schielt – oh besser noch, diese sogar in gewisser Weise vorwegnimmt – begeistern kann oder die sich einfach nur einmal darüber wundern wollen, wie interessant und zugleich weitab von BIRTH CONTROL und GURU GURU deren TastenHELD klingen kann, die sollten sich unter keinen Umständen dieses hocherotische (zumindest vom Album-Cover her) Album von ZEUS B. HELD entgehen lassen, in dem der Musiker selber uns sogar im achtseitigen Booklet seine Intentionen und die Geheimnisse hinter jedem einzelnen Song – inklusive der vier Bonusstücke, die hier erstmals zu hören sind – erläutert.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 170x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • The Fool On The Hill
  • Off The Cuff
  • Goodbye Europe (Part II
  • Italian Items
  • Claude
  • Madmen's Rag
  • Why Can't I Be A Singer?
  • L.A.'s Ok
  • Space Cake
  • Sagenhaft
  • Bonus Tracks:
  • Claude 2025 (feat. Lenny Mc Dowell an der Flöte)
  • Why Can't I Be A Singer? (Remix by JOIX)
  • Why Can't I Be In The Year 2025
  • Space Cake MMXXV (Remix by Dave Harris)

Besetzung:

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