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Yes: From A Page – Expanded And Remastered Vinyl-Edition (Review)
| Artist: | Yes |
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| Album: | From A Page – Expanded And Remastered Vinyl-Edition |
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| Medium: | Do-LP/Remaster | |
| Stil: | Progressive- und Art-Rock, Pop |
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| Label: | Mercury / Universal Music | |
| Spieldauer: | 77:16 | |
| Erschienen: | 24.04.2026 | |
| Website: | [Link] |
Oh ja – anno 2010 waren YES längst in die Jahre gekommen und (für viele leider) nicht mehr die Alten, sondern eine ehemalige pure Prog-Rock-Band, die nunmehr statt auf komplexe sowie extrem verschachtelte Strukturen auf deutlich poppigere, melodischere und eingängigere Rhythmen setzte. Ein Ergebnis dieser neuen Orientierung und mit der Unterstützung neuer Musiker, wobei natürlich der Kanadier Benoit David – von 1999 bis 2013 bei MYSTERY – als Sänger hervorgehoben werden muss, gerade weil er mitunter wie der stimmliche Zwilling von Jon Anderson klingt, war „From A Page“, ursprünglich ein kurzes EP-Scheibchen (mit 26 Minuten Laufzeit), das durchaus altgestandene und neue (Ja, die gab's wirklich!) Fans der Band spaltete.
Trotzdem wurden beide Gruppen darauf – jede für sich – in durchaus beeindruckender Art bedient, was wohl auch am keyboardernden RICK WAKEMAN-Sohnemann OLIVER lag, der, Papas Spuren und Flinkefingern folgend, die Tasten drückte. Leider sollte es auch sein letztes YES-Lebenszeichen sein, denn schon kurz darauf übernahm Geoff Downes die Tasten und rückte YES noch mehr in Richtung Pop-Olymp, dessen Folge schon ein Jahr später „Fly From Here“ war, bei dem besagte alte Fans größtenteils nicht mehr mitfliegen wollten und dann weitere zehn Jahr später bei „The Quest“ selbst als Gast kaum noch die YES-Maschine bestiegen, weil – wie es Kollege Schiffmann so schön schrieb – die „von der Band erwarteten magischen Momente missen“ ließen.
Doch das ist eine oder gleich zwei andere Geschichte(n).
Bleiben wir also bei „From A Page“. Aber nicht etwa bei der 16 Jahre alten YES-Kamelle, sondern bei der wahrhaft spannenden Neuveröffentlichung als Doppel-LP (Ach, bei Vinyl kommen auch immer die großartigen ROGER DEAN-Cover so hervorragend zum Ausdruck!): „From A Page – Expanded And Remastered Vinyl-Edition“.
Besagtes Remaster jedenfalls übernahm Karl Groom, womit schon im Vorfeld ein großartiger Sound garantiert ist, während – und das verblüfft – OLIVER WAKEMAN die komplette Produktion übernahm. Hier stellt sich dann tatsächlich die Frage, warum sich schon kurz darauf die Wege von YES und Wakeman junior trennten.
Noch verwunderlicher: Alle Songs dieses Albums wurden während Sessions aufgenommen, aus denen schließlich das 2011 erschienene Album „Fly From Here” hervorging, auf dem allerdings Geoff Downes ausschließlich am Keyboard zu hören ist, nachdem sich Wakeman und die Band (In Frieden?) getrennt hatten. So erschien 2019 (wohl ausgelöst durch den Tod des YES-Bassisten CHRIS SQUIRE, weswegen sich OLIVER WAKEMAN noch einmal intensiver mit seiner Zeit bei YES beschäftigte und auf diese Aufnahmen stieß) diese Mini-LP „From A Page“ mit vier Songs, die bei den Album-Sessions einfach so nicht berücksichtigt wurden.
Daher hier noch etwas zum Hintergrund, den man auf dem Informationsschreiben zum Album nachlesen kann: „Im Jahr 2010, nach einem Last-Minute-Konzert in Zacatecas, Mexiko, traf sich die Band (Chris Squire, Steve Howe, Alan White, Benoit David und Oliver Wakeman) in Phoenix, Arizona, um mit dem Schreiben für das nächste Yes-Album zu beginnen. Diese zweiwöchige Session brachte neben 'Into The Storm', 'Hour Of Need' und 'The Man You Always Wanted Me To Be' vier weitere Songs hervor, die später alle auf dem Album 'Fly From Here' mit Geoff Downes erschienen, nachdem Wakeman während der Aufnahmen ausgestiegen war.“ Nach wirklich friedlicher Trennung klingt das nicht. Doch sei's drum...
Dass dann sogar der progressivste Longtrack des Albums mit seinen knapp 10 Minuten den zugleich banalsten und kitschigsten Titel bekam, scheint irgendwie zu passen: „The Gift Of Love“ ist das am deutlichsten an die YES-Vergangenheit erinnernde Stück, an dem zugleich alle YES-Mitglieder mit herumdokterten, während die anderen drei kürzeren Songs ausschließlich auf OLIVER WAKEMANs Mist gewachsen waren. Gut gedüngt, aber irgendwie auch typisch sowie insgesamt unspektakulär, obwohl „In The Moment“ als Album-Opener bewusst auf einige YES-Trademarks – besonders die Howe-Gitarre und der Squire-Bass – setzt.
Mit „Words On A Page“ gibt’s dann eine vom (doppeldeutig) wakemanschen Piano-Spiel bestimmte Ballade und das war's.
Insgesamt ein interessantes Lebenszeichen der kurzen Oliver-Wakeman-Yes-Phase war diese Veröffentlichung damals auf jeden Fall.
Besonders hochwertig für „From A Page – Expanded And Remastered Vinyl-Edition“ ist natürlich die zweite LP und die zusätzlichen Songs auf der ersten, die es so auf eine Laufzeit von 45 Minuten bringt.
Nur noch 32 Minuten sind auf der Bonus-LP enthalten, dafür aber mit den ganz besonderen Raritäten rund um Rick Wakemans Sohnemann (also mehrere Demo-Aufnahmen und den Single-Mix von „To The Moment“).
Auch hier wurde klangtechnisch von Mr. Groom wieder Hand angelegt, was die Demo-Aufnahmen sehr hochwertig (und keinesfalls wie Demos) klingen lässt. Besondere Aufmerksamkeit sollte hierbei dem kurzen Instrumental „Updraft“ gelten, bei dem Oliver ausschließlich an den Keyboards beweist, wie unglaublich nahe er seinem Vater steht und wie sehr er dessen Gene auch in der kompositorischen wie musikalischen Umsetzung verinnerlicht hat.
Ein Stück, das locker auch auf den historischen Solo-Alben seines Vaters einen Platz finden könnte.
Auch anno 2026 ist „From A Page – Expanded And Remastered Vinyl-Edition“ für jeden YES-Freund eine Anschaffung wert. Nur unbedingt schon des großartigen ROGER DEAN-Covers wegen auf die Doppel-LP zurückgreifen, die sich bei dieser Qualität im Gatefoldcover plus zweier bedruckter LP-Innenhüllen für alle Retro-Freunde unverzichtbar macht.
FAZIT: Was anfangs eine YES-Rarität aus dem Jahr 2010 war, wurde vier Jahre nach dem Tod von Chris Squire 2019 eine überraschende Veröffentlichung von nicht verwendeten Aufnahmen für das „Fly From Here“-Album, auf dem Geoff Downes die Keyboards bediente, der Wakemans Sohn Oliver bei YES ersetzte, dessen bewundernswerte Tastenfingerfertigkeit letztmals auf diesem Album zu bestaunen ist. Weitere sieben Jahre später erscheint dieses seltene Werk nunmehr von Karl Groom remastert und Oliver Wakeman produziert sowie mit einem großartigen Coverbild von Roger Dean versehen als „From A Page – Expanded And Remastered Vinyl-Edition“. Zusätzliche Demo-Aufnahmen und ein Single-Mix lassen aus der ursprünglichen EP-Version sogar gleich eine komplette Doppel-LP von insgesamt 77 Minuten werden, auf der sogar die alternative Version von „Aliens“, einer der letzten Squire-Kompositionen zu dessen Lebzeiten, zu finden ist.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Seite A (21:31):
- To The Moment (6:12)
- The Man You Always Wanted Me To Be – Alternative Version (5:04)
- From The Return Of A Card (3:22)
- Into The Storm – Alternative Version (6:53)
- Seite B (23:47):
- Aliens – Alternative Version (4:37)
- Hour Of Need – Alternative Version (3:03)
- Words On A Page (6:16)
- The Gift Of Love (9:51)
- Seite C (13:25):
- Words On A Page – Demo (3:44)
- The Man You Always Wanted Me To Be – Demo (4:45)
- To The Moment – Demo (4:56)
- Seite D (18:33):
- The Gift Of Love – Demo (9:51)
- Don't Take No For An Answer – Demo (2:09)
- Updraft – Demo (2:10)
- To The Moment – Single Mix (4:23)
- Bass - Chris Squire
- Gesang - Benoit David
- Gitarre - Steve Howe
- Keys - Oliver Wakeman
- Schlagzeug - Alan White
- Live At Montreux (DVD) - Spiegel Edition (2011)
- Live At The Apollo - 50th Anniversary (2018) - 13/15 Punkten
- The Royal Affair Tour – Live From Las Vegas (2020)
- The Quest (2021) - 8/15 Punkten
- Mirror to the Sky (2023) - 12/15 Punkten
- Symphonic Live (2026)
- From A Page – Expanded And Remastered Vinyl-Edition (2026)
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