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Legs On Wheels: Gobble (Review)
| Artist: | Legs On Wheels |
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| Album: | Gobble |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Progressive-, Symphonic-, Jazz-, Psychedelic-, Alternative- und Art-Rock, Canterbury |
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| Label: | Eigenpressung/Just For Kicks | |
| Spieldauer: | 45:23 | |
| Erschienen: | 21.08.2026 | |
| Website: | [Link] |
Mutige und spannende Canterbury-Sounds der ersten Stunde mit einer gehörig an der ADRIAN BELEW-Phase orientierten KING CRIMSON-Klängen – besonders „Thrak“ – sowie die frühen GONG erwarten den neugierigen wie oftmals sicher verblüfften progfreigeistigen Hörer, wenn er sich dieses britische Feuerwerk hinter „Gobble“ der fünfköpfigen aus Manchester stammenden LEGS ON WHEELS antut. Was auf diesem Album durch den experimentellen Sound anfangs etwas verunsichert, ja, den echten NICK MASON-Kenner gar an dessen wohl ungewöhnlichstes, extrem jazz-rock-orientertes „Ficitious Sports“-Album erinnert, zieht einen dann von Minute zu Minute immer mehr in seinen Bann.
Denn klassisch oder berechenbar ist hinter „Gobble“ gar nichts.
Dafür aber verwunderlich, faszinierend, abwechslungsreich und gewagt. Im Grunde gehen LEGS ON WHEELS sogar kompositorisch ausgefuchst so weit, dass man nach dieser Musik-Dreiviertelstunde den Eindruck gewinnt, ein Genie wie Mr. ZAPPA würde aus seinen himmlischen Gefilden den Taktstock für dieses Album in den Händen halten, um alle Grenzen zwischen Progressive-, Symphonic-, Jazz-, Psychedelic-, Alternative- und Art-Rock ausloten. Hinzu kommt noch der charismatische, experimentell angelegte Gesang, der die kuriosen Texte, in denen gerne auch mal die Ratten zu einem ausgiebigen Dinner eingeladen werden, um den musikalischen Kohl wortwörtlich fett zu machen.
Hierbei kommt doch summa summarum glattweg eine ähnliche Begeisterung wie bei dem ebenso großartigen Meisterwerk „Shiny Eyed Babies“ von BENT KNEE auf, selbst wenn „Gobble“ noch nicht ganz dessen unangefochtene Qualität erreicht, aber mit „Gobble“ nah davor steht.
So verrückt wie das an GONGs fliegende Teekannen-Phase erinnernde Album-Cover gestalten sich auch die Musik und die Texte hinter „Gobble“.
Jeder Song ist für sich ein Ereignis, wechselt immer wieder unerwartet die Richtung, sodass beispielsweise auf „Winner Winner“ sich sogar unüberhörbare Früh-GENESIS-Parallelen der Anthony-Phillips-Phase („Tresspass“ von 1969) einschleichen.
Dieser britische Fünfer lässt auf seinem bereits dritten Album kaum noch Fragen offen. Denn er reichert die Canterbury-Szene von CARAVAN bis hin zu den ausgefuchsten, nie berechenbaren GENTLE GIANT (Man höre unbedingt: „Waiting For His Drowning“!) um eine neue Größe an – und zwar ihre eigene, indem sie das Rad nicht neu erfinden, ihm aber Beine verleihen.
LEGS ON WHEELS sind schräg und perfekt zugleich und beweisen mit ihrem großen progressiven (ein wenig psyche-orgelig-gitarrentechnisch früh-floydianischem) Finale, dem Elfminüter „Masteroid“, wozu sie auch zukünftig noch in der Lage sind.
Da dürfen wir uns wohl schon heute nach „Gobble“ auf ein weiteres Meisterwerk gefasst machen.
FAZIT: LEGS ON WHEELS lassen einem auf ihrem dritten Album „Gobble“ die Ohren übergehen, wenn sie im besten Sinne aller sanften Riesen, die gerne auch mal in Glashäusern sitzen, ein wildes Album zwischen Canterbury und Jazz-Rock, Psyche und Prog sowie kompositorisch und textlich ZAPPAesken Ideen schaffen, die dem Hörer viel abverlangen. Wer hören will, wie progressive Musik, die sich gezielt aus ihrer Vergangenheit in neue moderne Höhen erhebt, klingen muss, der lege „Gobble“ dieses verrückten britischen Quintetts auf und lasse dabei alle A.P.E.S. tanzen.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Oysters On The Half Shell
- A.P.E.S.
- Winner Winner
- Peekaboo
- Waiting For His Drowning
- Centipede
- Dinnertime For Rat
- Masteroid
- Bass - Dean Stoloff
- Gesang - Danny Murgatroyd, Ged Hawksworth, George Roberts, Dean Stoloff
- Gitarre - Danny Murgatroyd, George Roberts
- Keys - George Roberts
- Schlagzeug - Ged Hawksworth
- Sonstige - Danny Murgatroyd (Flöten, Programmierung)
- Gobble (2026) - 13/15 Punkten
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