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Dennis Atlas: Principle (Review)

Artist:

Dennis Atlas

Dennis Atlas: Principle
Album:

Principle

Medium: CD/LP/Download
Stil:

AOR / Classic Rock

Label: MRI
Spieldauer: 47:48
Erschienen: 15.05.2026
Website: [Link]

Spätestens seit seinem Einstieg als Keyboarder bei TOTO im Jahr 2024 dürfte DENNIS ATLAS einem größeren Publikum ein Begriff sein. Nach seinem Solo-Debüt „My Magical Wonderland“ (2021) folgt nun mit „Principle“ Solo-Album Nummer zwei – ein Konzeptwerk über innere Zerrissenheit, Kontrolle und Hingabe. Dafür holt sich der Multiinstrumentalist gleich mehrere TOTO-Mitstreiter sowie weiteren musikalische Hochkaräter aus dem Westcoast-Umfeld ins Studio. Wer jedoch bloß eine musikalische Kopie dieser AOL-Altmeisterriege erwartet wird ein paar Überraschungen erleben – auch wenn der Apfel musikalisch hörbar nicht weit vom Stamm fällt.



Gleich der Einstieg gerät zum kontrollierten AOR-Akt: Das kurze Intro „Surprises From Within“ und das anschließende, hymnische „Violent Power“ krachen dank der Präzision von Drum-Tausendsassa Marco Minnemann amtlich aus den Speakern. ATLAS schichtet fette Keyboard-Wände über knackige Riffs, ohne dass der Sound in puren Bombast abdriftet und lässt Stadionrock-Groove auf spielerische Perfektion treffen. Spannend wird es auch, wenn die prominenten Gäste Akzente setzen dürfen, die über bloße Gefälligkeit hinausgehen. In „Scare Me“ liefert TOTO-Chef Steve Lukather ein perfekt phrasiertes Solo ab, während das vertrackte, theatralische „Games“ durch die Vocals Joseph Williams und ein wild-chaotisches Gitarren-Solo von Ron „Bumblefoot“ Thal zu einem Elektro-Prog-Pop-Hinhörer avanciert.



Allerdings läuft auf „Principle“ nicht jede Idee schnurstracks über die Ziellinie. Gelegentlich schlägt das Pendel etwas zu ambitioniert in Richtung musikalisches Experiment aus. Das funkige, gemeinsam mit Lukather gezimmerte „Candy on Mars“ wartet zwar mit einem knackigen Bass auf, wirkt stellenweise aber eher wie eine unfertige Jam-Session. Auch das von 80er-Elektropop-Vibes geprägte und einer Flut von elektronischen Spielereien überfrachtete „Relative Fiction“ dürfte Puristen des klassischen AOR eher vor den Kopf stoßen.
Seine stärksten Momente hat ATLAS immer dann, wenn er den Fuß vom Gas nimmt und das Songwriting atmen lässt. Das intime, komplett im Alleingang eingespielte Klavierstück „Different World“ glänzt durch pure, ungekünstelte Emotionalität und bildet den perfekten Gegenpol zum vorherigen Studio-Gewitter. Und die finalen Longtracks retten das Album endgültig über die Ziellinie: Das hochgradig lässige „Save It For Tomorrow“ (mit edlem Saxophon von Warren Ham und Keyboard-Harmonien von Greg Phillinganes) sowie das epische, fast achtminütige Finale „We Can Be The Future“ zeigen, welches enorme Reifepotenzial noch in diesem jungen Songwriter steckt. Und ein musikalischer Ritterschlag ist sicherlich auch, dass ATLAS hier Unterstützung von seinem TOTO-Tastenvorgänger erhält – auch David Paich scheint mit dem seinem Nachfolger sehr zufrieden zu sein.



FAZIT: DENNIS ATLAS liefert mit „Principle“ ein farbenfrohes, technisch über jeden Zweifel erhabenes Album ab, das gekonnt zwischen hochklassigem Arena-Rock, Prog-Pop und Westcoast-Zutaten pendelt. Manchmal will der Kalifornier noch ein bisschen zu viel auf einmal und verliert sich in Sound-Spielereien, aber die hochkarätige Schützenhilfe seiner TOTO-Kollegen und sein unbestreitbares Händchen für packende Melodien machen das Album zu einer kurzweiligen Angelegenheit. Ein zweites Solo- Ausrufezeichen eines Musikers, von dem wir sicher noch viel hören werden.

Marco Rauland (Info) (Review 22x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Surprises From Within (feat. Marco Minnemann)
  • Violent Power (feat. Marco Minnemann)
  • Scare Me (feat. Steve Lukather)
  • Games (feat. Bumblefoot & Joseph Williams)
  • Instincts
  • Different World
  • Relative Fiction
  • Candy on Mars (feat. Steve Lukather)
  • When the Monster Attacks
  • Save It for Tomorrow (feat. Warren Ham)
  • We Can Be the Future (feat. David Paich)

Besetzung:

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