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Prince: One Nite Alone… Live! - 4-LP-Edition (Review)

Artist:

Prince

Prince: One Nite Alone… Live! - 4-LP-Edition
Album:

One Nite Alone… Live! - 4-LP-Edition

Medium: 4-LP-Set
Stil:

Dance, Funk, Soul, Pop, Rock, Jazz, Electronics

Label: The Prince Estate/Legacy Recordings
Spieldauer: 125:41
Erschienen: 29.05.2020
Website: [Link]

„Es ist eine Gnade für die Menschen, sich einen Traum zu bewahren. Ich hoffe, hiermit bewahren wir unseren Traum.“ (Renato Neto, Keyboarder bei PRINCE)

Die PRINCE-Veröffentlichungsoffensive, dieses Mal zu Pfingsten, aus dem familiären PRINCE-Estate-Hause mit Unterstützung von Legacy Recordings geht in die nächste Runde. Nunmehr sind es gleich vier sehr unterschiedliche – auch von den Formaten her – Alben (oder besser schon Boxen), die den PRINCE-Fan und -Freund überraschen. Liebe und Sorgfalt sowie einige spannende Extras gibt’s inklusive zu „The Rainbow Children“ (CD oder 2 LP's), „One Nite Alone… Solo Piano And Voice“ (LP), „One Nite Alone… The Aftershow: It Ain't Over!“ (Doppel-LP) und „Up All Nite With PRINCE: The One Nite Alone-Collection" (4 CD's + DVD).

Im speziellen Falle der Review nehmen wir uns gleich einmal das für alle Vinyl-Freunde und -Fetischisten dickste Paket vor, das vier lilafarbene LP's umfassende „One Nite Alone… Live!”, verpackt in einer boxähnlichen dicken LP-Hülle, in der, wenn man sie aufklappt, die 4 LP's, allesamt in farbig bedruckte und mit Fotos sowie einem riesigen Begleittext und Kommentaren versehenen Innenhüllen, enthalten sind. Das zur Optik. Musikalisch entdecken wir auf dieser ansprechenden Scheibe, die zum ersten Mal überhaupt als Vinyl-Variante veröffentlicht wird, insgesamt 27 Live-Songs, die bei der 2002er-PRINCE-Konzerttour während acht unterschiedlicher Konzerte oder Aftershows mitgeschnitten wurden. Damit wird der Box zugleich die Ehre zuteil, das erste offizielle Vinyl-Live-Album von PRINCE zu sein, welches die Hauptperson leider selber in dieser Form gar nicht mehr erleben darf. Überhaupt erscheint es, wenn man die hochwertige Qualität (vom Sound und der Musik her) der Aufnahmen hört, sehr rätselhaft, warum nie zu PRINCE-Lebzeiten ein Vinyl-Live-Album von ihm erschien.

Die „One Nite Alone… Live!”-PRINCE-Tour verlief genau zwischen der Veröffentlichung des 24. Studioalbums „The Rainbow Children“, ein sehr außergewöhnliches Konzeptalbum mit intensiven Jazz-Einflüssen, und dem 25. Studioalbum „One Nite Alone“, ein sehr intimes, größtenteils auf Piano und Gesang basierendes Album, sodass die sehr unterschiedlich ausgefallenen Songs beider Alben den Schwerpunkt bei den Konzerten bildeten. Damit war zugleich klar, dass diese Tour wohl so kontrastreich zwischen Jazz, Funk, Pop, Soul, Rock und Klassik werden würde, wie wohl selten ein PRINCE-Konzert zuvor. Dass diese Erwartungen erfüllt werden konnten, beweist nun diese erstmals auf Vinyl erscheinende 4-LP-Box „One Nite Alone… Live!”.

Bereits der Album-Opener „Rainbow Children“ ist eine Electro-Jazz-Funk-Soul-Rock-Nummer, die einen regelrecht wegbläst und sogar eingefleischten FRANK ZAPPA-Fans so einige Freude bereiten dürfte. Besser noch – ZAPPA zu Zeiten von „Sheik Yerbouti“ und „Joe's Garage“ meets CHICAGO trifft die Atmosphäre, welche das Album versprüht, wohl am ehesten, denn die wilde Mixtur aus Funk, Jazz, viel Gebläse, elektronischer Verspieltheit, experimenteller Komplexität und Pop oder Balladen sowie beeindruckenden, charismatischen Gesangseinlagen setzt sich auf den acht LP-Seiten fort. Jeder Song ein echtes Erlebnis, mitunter voller euphorischer Begleitung durch das Publikum, und nicht eine Nummer, welche nicht die absolute Spitzenqualität hält. Nicht ohne Grund wurden wohl darum die insgesamt acht Konzerte für diese Live-Box ausgewählt, da es schier unmöglich ist, ein komplettes Konzert vom Anfang bis zum Ende auf solch einem Spitzenniveau durchzuziehen. Schon aus heutiger Sicht muss man dieses erste Live-Album von PRINCE mit zu den besten Live-Alben aller Zeiten zählen – zwischen PETER FRAMPTON, LED ZEPPELIN, FRANK ZAPPA, DEEP PURPLE, JETHRO TULL usw.

Begleitet wurde PRINCE von seiner NEW POWER GENERATION, die sich ständig erweiterte oder veränderte und mit so gigantischen Musiker/innen-Namen wie CANDY DULFER, SHEILA E., MACEO PARKER, GREG BOYER und vielen mehr aufwartete.

Neben der deutlichen Vorliebe für Bläser, bei denen natürlich CANDY DULFER, die ja mit ihrem Super-Hit „Lily Was Here“ (1989) sowie den großartigen „Saxuality“- (1990) und „Sax-A-Go-Go“-Alben (1993) in der Saxophon- und Pop-Szene Kultstatus besaß, für jede Menge bläserisches Aufsehen sorgte, genoss es PRINCE zugleich, sich seinen außergewöhnlichen stimmlichen Spielereien zu widmen. Unfassbar, was man auf diesem Live-Album – inklusive jeder Menge verfremdeter Stimmen oder Sound-Collagen – zu hören bekommt.

Aber auch einige intime Songs, bei denen sich PRINCE nur am Piano begleitet und/oder zusätzlich von ruhig-melodiösen Bläsern unterstützt wird, gibt es zu hören, wobei in gewisser Weise besonders der Song heraussticht, den er für eine andere Musikerin geschrieben hatte und der diese (SINÉAD O'CONNOR) auf einen Schlag weltweit auf die Top-1-Hitparadenplätze katapultierte: „Nothing Compares 2 U“.
Gerade der Vergleich zwischen O'Connors Gesang und dem, den PRINCE live zu bieten hat, lässt die gute Sinead fast ein wenig alt aussehen.

FAZIT: Am Ende werden mit „One Nite Alone… Live!” nicht nur PRINCE-Freunde gut zwei Stunden und acht LP-Seiten lang in bestechender Sound- und Musik-Qualität unterhalten und dürfen sich noch dazu erstmals einem offiziellen PRINCE-Live-Album widmen. Und das auch noch als 4-LP-Ausgabe in lila. Ein Meisterwerk auf dem breiten Feld der Live-Alben!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 811x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • = LP 1 = (34:17):
  • Seite A (16:35):
  • Rainbow Children (11:46)
  • Muse 2 The Pharaoh (4:49)
  • Seite B (17:42):
  • Xenophobia (12:40)
  • Extraordinary (5:02)
  • = LP 2 = (29:25):
  • Seite C (10:35):
  • Mellow (4:30)
  • 1+1+1 Is 3 (6:05)
  • Seite D (18:50):
  • The Other Side Of The Pillow (4:46)
  • Strange Relationship (4:13)
  • When U Were Mine (3:47)
  • Avalanche (6:04)
  • = LP 3 = (38:47):
  • Seite E (21:18):
  • Family Name (7:17)
  • Take Me With U (2:54)
  • Raspberry Beret (3:26)
  • Everlasting Now (7:41)
  • Seite F (17:29):
  • One Nite Alone… (1:12)
  • Adore (5:33)
  • I Wanna Be Ur Lover (1:22)
  • Do Me, Baby (1:56)
  • Condition Of The Love (Interlude) (0:39)
  • Diamonds And Pearls (0:49)
  • The Beautiful Ones (2:10)
  • Nothing Compares 2 U (3:48)
  • = LP 4 = (23:12):
  • Seite G (10:00):
  • Free (1:06)
  • Starfish & Coffee (1:07)
  • Sometimes It Snowes In April (2:41)
  • Howe Come U Don't Call Me Anymore (5:07)
  • Seite H (13:12):
  • Anna Stesia (13:12)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
ijb
gepostet am: 03.06.2020

User-Wertung:
13 Punkte

"Nothing Compares 2 U" hatte der werte Prince nicht "für" eine andere Künstlerin, namentlich Sinéad O'Connor, geschrieben. Das Stück entstand bereits viele Jahre zuvor, tatsächlich im Sommer 1984 (also lange bevor irgendwer Sinéad O'Connor kannte) und zwar als Prince für das Debütalbum seines Nebenprojekts, der von ihm initiierten Band The Family, Songs schrieb. The Family veröffentlichte das Lied dann 1985, bevor die Band "aufgelöst" wurde.
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