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Lily Meola: Lucky To Be (Review)

Artist:

Lily Meola

Lily Meola: Lucky To Be
Album:

Lucky To Be

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Singer/Songwriter, Country, Folkpop

Label: Nettwerk
Spieldauer: 35:45
Erschienen: 17.07.2026
Website: [Link]

Ein interessantes Konzept hat sich die in Hawaii geborene, amerikanische Songwriterin LILY MEOLA für ihr Debüt „Lucky To Be“ ausgesucht; denn der Titel des Albums bezieht sich auf dem Umstand, dass (statistisch gesehen) die Chancen, überhaupt geboren zu werden, für jeden Menschen bei gerade mal 1:400 Billionen liegen – und daraus folgert sie, dass man sich glücklich schätzen und doch eigentlich dankbar für das sein sollte, was das Leben – ob gut oder schlecht - für einen bereithält. Genau diese Einstellung bringt LILY MEOLA – mit Unterstützung ihrer Förderer und Mentoren – auf dem Album auch musikalisch zum Ausdruck, indem sie ihre Songs mit einer geradezu gelassenen Heiterkeit präsentiert.


Ihre Karriere begann die Künstlerin im heimischen Maui bereits im Alter von 11 Jahren, als sie in Cafés und Bars auftrat. Durch eine Verquickung glücklicher Umstände (wobei wir wieder beim Album-Thema wären) etablierte sie sich schon früh in der Musikindustrie und erheischte die Aufmerksamkeit diverser Schwergewichte: JACKSON BROWNE wurde ihr erster Lehrer in Sachen Songwriting, der Produzent BOB ROCK wurde ihr Mentor und mit WILLIE NELSON verbindet sie eine väterliche Freundschaft. Noch bevor LILY MEOLA überhaupt daran dachte, eine Solo-Karriere einzuschlagen, arbeitete sie schon als Sängerin für JAMEY JOHNSON und spielte Duette mit WILLIE NELSON, STEVEN TYLER, KRIS KRISTOFFERSON und SAMMY HAGAR ein.


Wenn sich nun ihr Debüt-Album „Lucky To Be“ anhört, als sei hier eine Meisterin vom Himmel gefallen, dann liegt es daran, dass genau das in etwa auch passierte; denn durch die langjährige Kollaborationen mit ihren Idolen und Förderern bildete LILY MEOLA eine bemerkenswerte songwriterische und performerische Expertise heraus, die nun in einer nahezu makellosen Songsammlung resultierte.

Worum geht es dabei musikalisch?
Viele der genannten Künstler agieren weitestgehend auf dem Sektor der Country-Musik. Da LILY MEOLA ursprünglich über klassische Inspirationsquellen wie JONI MITCHELL oder CAROLE KING an die Musik herangeführt wurde, lag es nahe, dass sie sich für ihr Debüt-Album für ein Country-Setting entschied. Freilich mit einem eigenen Twist: Anstatt sich einem bestimmten Stil anzupassen, reicherte LILY MEOLA ihre Songs beispielsweise mit hawaiianischen Folklore-Elementen an – etwa im Falle der mit WILLIE NELSON im Duett vorgetragenen vertonten Kindheitserinnerung „Tumbleweeds And Chewing Gum“.
An anderer Stelle greift NICK LOBEL als Produzent in die Trickkiste und arbeitet etwa im Opener „Sleeping With My Boots On" mit Samples und elektronischen Basslinien – die ebenfalls in dem Retro-Torchsong „Bolo Blues“ zum Einsatz kommen. Der Titel „How Lucky To Be“ kommt hingegen eher als Folk-Ballade daher, während „I Want To“ eine Art Dreampop-Flair ausstrahlt. Auch ein Walzer mit etwas Grand-Ole-Opry Schmalz findet sich mit dem romantischen Love-Song „Never Kissed A Cowboy“ auf der Scheibe.


Für musikalische Abwechslung ist also gesorgt – und das, ohne dass dabei irgendwelche Extreme ausgelotet werden. Hierbei vermeidet sie jegliche Klischees – insbesondere das, was gemeinhin als 'Nashville Country-Pop' durchgeht. Stattdessen erschufen LILY MEOLA und ihre Produzenten NICK LOBEL, STEVE SOLOMON und HUNTER MATTS mit diesem Album eine Art eigenes Subgenre, in dem sich Old-School-, Outlaw-, Alt-, Retro- und Pop-Elemente versöhnlich gegenüberstehen und gut vertragen. Dass LILY MEOLA als brillante Songwriterin mit ihren humorvollen, selbstironischen Lyrics und dem geschickten Spiel mit Klischees dafür selber die Basis gelegt hat, sollte nicht unerwähnt bleiben.


Noch ein Wort zum Gesang: Wohl dadurch, dass sie mit so vielen verschiedenen musikalischen Partnern 'geübt' hat, gelingt es ihr mühelos, den Gesang entsprechend des Song-Themas anzupassen. Dieser reicht dann von unschuldig/süßlich („Sleeping With My Boots On“) über stoisch/folky („Tumbleweeds And Chewing Gum“) bis zu bodenständig erdig: Die Break-Up-Ballade „I Pretend“ präsentiert LILY MEOLA - unterstützt von psychedelischen Slide-Gitarrensounds - mit brüchiger Stimme als regelrechten Schmachtfetzen. Gleiches gilt für das Duett „Mar Vista“ mit LUKAS NELSON. In beiden Songs klingt sie reifer und nachdenklicher als auf den anderen Tracks und adressiert dabei auch die düsteren Aspekte von Beziehungsdramen – allerdings mit einer selbstironischen, kämpferischen Note. Die Duette mit WILLIE NELSON, dessen Sohn LUKAS NELSON und JAMEY JOHNSON (bei dem sie in die Schule ging) sorgen zusätzlich für gesangliche Abwechslung.


FAZIT: Mit ihrem Debüt-Album „Lucky To Be“ gelingt es der Songwriterin LILY MEOLA mühelos, die Grenzen des Country-Genres (in dem sie sich nominell zu Hause fühlt) zu sprengen. Auch wenn sie das gewiss nicht ohne die Hilfe ihrer Freunde, Produzenten, Unterstützer und Mentoren geschafft hätte, ist es schließlich ihr Verdienst als Songwriterin und Performerin, der das Album frisch und unverbraucht erscheinen lässt, ohne dabei jemals in Klischees und Banalitäten abzugleiten.

Ullrich Maurer (Info) (Review 78x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Sleeping With My Boots On
  • Should've Known Better
  • Daisies
  • You And I
  • How Lucky To Be
  • Tumbleweeds & Chewing Gum (feat. Willy Nelson)
  • I Can't Pretend
  • Mar Vista (feat. Lukas Nelson)
  • Never Kissed A Cowboy
  • Bolo Blues
  • I Want To
  • Never Want This To Change (feat. Jamey Johnson)

Besetzung:

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