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Homecoming: Those We Knew (Review)

Artist:

Homecoming

Homecoming: Those We Knew
Album:

Those We Knew

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Post- und Progressive-Metal, Grunge

Label: Copper Feast Records/Noon Brings the Fire
Spieldauer: 53:00
Erschienen: 19.04.2024
Website: [Link]

HOMECOMINGs „Those We Knew“ ist ein komplexes Werk progressiver Musik zwischen schwerem Post-Metal und Grunge-Ansätzen, die den Geist der neunziger Jahre wiederkäuen.

Dieses Genre-Kuddelmuddel klingt dabei bekömmlicher als seine Beschreibung vermuten lässt, u.a. weil sich die Musik auch auf lange Sicht nicht zu verkopft präsentiert. Natürlich finden sich in allen Stücken spielerische Schlenker, die – mal mehr, mal weniger – vom technischen Verständnis der Instrumentalisten zeugen, aber die Band umschifft eventuelle Ego-Trips gekonnt, indem sie zur rechten Zeit Breaks und Stimmungswechsel vollzieht.


Vor diesem Hintergrund verwundert es wenig, dass das unscheinbar betitelte „Interlude II“ als neunminütige Berg- und Talfahrt auf den Serpentinen der Emotionsautobahn daherkommt und auch den ein- oder anderen Schleudergang nicht scheut. Diverse Effekte und Samples gen Ende suggerieren eine apokalyptische Stimmung, die in gewisser Weise die Katharsis aus dem zuvor schichtweise aufgetürmten Riffirrgarten bildet.


Nicht nur in diesem Stück zeigt sich, dass hier fähige Musiker ihren Dienst tun, die es auch verstehen, Stimmungen zwischen Aufbruch und Resignation, zwischen Lebensfreude und Verdruss in Musik zu verpacken.
„Shores“ überzeugt u.a. durch detailreiche Gitarrenarbeit und eine deutliche Tendenz gen Melancholie, wobei sich in den klaren Gesängen der Strophen eher Hoffnung als Resignation heraushören lassen. Musikalisch werden u.a. Parallelen zu MASTODON deutlich, wobei sich die Stimmung des Stücks zügig dreht und u.a. dank dunkler Growls und druckvollem Groove eine beinahe apokalyptische Note verliehen bekommt.


Dabei verlieren HOMECOMING aber kaum die Relevanz von nachvollziehbaren Songs aus den Augen, im Gegenteil: Trotz aller Vertracktheit und den vielen klanglichen Spielereien fließt die Musik beständig vor sich hin, sodass die elfeinhalb Minuten Spielzeit wie im Flug vergehen.
„Gift of Eyes“ bringt am Ende ein klein wenig Licht in die Apokalypse, aber die musikalische Tendenz geht trotzdem gen Fatalismus.
Wie sollten Zeilen der Marke „Anywhere it’s better than here“ auch anders interpretiert werden?
Vor allem in Zusammenhang mit dem scheppernden Charakter so mancher Strophen. Zwar gibt’s auch den ein- oder anderen Ruhemoment in Form von sanften Gitarren, deren Motive sich mitsamt dem Rhythmusfundament eher in Richtung Aufbruch gen Herbstsonne machen.
Aber wie ist das mit dem Licht?
Es kann die Dunkelheit erhellen, es kann aber genauso das Auge blenden. Diese Dualität ist in gewisser Weise auch ein roter Faden von „Those We Knew“, sowohl musikalisch als auch in puncto Stimmung.


FAZIT: HOMECOMING zelebrieren eine Vielfalt von Gefühlen in ebenso vielfältiger Musik. „Those We Knew“ klingt zwar progressiv, lässt sich dank subtiler Schattierungen aber nicht wirklich auf einen Nenner festnageln. Damit ist der Bandname auch in gewisser Weise Programm, denn Heimat ist bekanntlich ein Gefühl. Die Tatsache, dass man sich um seiner Zugehörigkeit bewusst zu sein, dieses Gefühl aber zunächst erarbeiten muss, vertonen die Musiker in einem dräuenden Klanggemenge, das selten einfach zu erfassen ist, dabei aber umso tiefere Furchen ins Emotionskleid des Hörers zu schlagen weiß.

Dominik Maier (Info) (Review 727x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Tell Me Something
  • Red Rose
  • Blood of My Blood
  • Interlude II
  • Shores
  • Gift of Eyes

Besetzung:

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