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Arch Enemy: Deceivers (Review)

Artist:

Arch Enemy

Arch Enemy: Deceivers
Album:

Deceivers

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Melodic Death Metal

Label: Century Media / Sony
Spieldauer: 45:07
Erschienen: 12.08.2022
Website: [Link]

Don´t believe the hype… Das elfte ARCH ENEMY-Album hat die gleichen Kinderkrankheiten wie das Meiste in der Diskografie der Melodic-Death-Metal-Superstars. Die Band predigt mit "Deceivers" allenthalben ihren treuen Anhängern und gießt mehr Wasser auf die Mühlen ihrer Kritiker. Ob ihr der Erfolg Recht gibt, muss man mit sich selbst ausmachen; nur weil bei quantitativer Messung viel herauskommt, heißt das nicht, dass viel drinsteckt. Wie dem auch sei…

Dass niemand ARCH ENEMY etwas vormacht, wenn es darum geht, Death Metal mit Headbanger-Attitüde und Stadionrock-Flair zu verquicken, weiß jeder halbwegs Szene-Bewanderter, und mit "Deceivers" lässt sich die Band gewiss nicht den Rang ablaufen. Erschreckend ideenlose Stücke wie ´Spreading Black Wings´ oder ´The Exiled From Earth´ (hören und vergessen) gewinnen zumindest durch ihre virtuosen Gitarrenparts eine gewisse Berechtigung, und die tendenziell wehmütige Gesamtstimmung (repräsentiert speziell durch ´House Of Mirrors´ und ´One Last Time´) gefällt grundsätzlich.

Der Opener ´Handshake With Hell´ stellt Alissa White-Gluz denkbar ideal ins Schlaglicht, und was sie sowohl mit grollender als auch melodischer Stimme leistet, ist zweifellos nicht nur in technischer Hinsicht beeindruckend, sondern auch auf der emotionalen Ebene glaubwürdig und mitreißend. Die Kanadierin verzehrt sich regelrecht bei ihrer Performance und bewahrt wie auf bisher allen Alben mit ihrer Beteiligung auch die mäßigeren Kompositionen vor dem Abgrund der Beliebigkeit.

Die Single ´Deceiver, Deceiver´ sticht als finstererer Thrash mit viel Doublebass her, der sich vage in der Kategorie alter Schoten wie dem "Burning Bridges"-Einstieg ´The Immortal´ vergleichen lässt, aber strukturell etwas komplexer (schleifende Bridge, hymnisches Leadbreak gegen Ende) gestrickt wurde. ´The Watcher´ wird später nach dem gleichen Prinzip eingefädelt, ist aber nur halb so gut, und generell lassen sich ARCH ENEMY wieder mal zu leicht durchschauen.

Die lahmen Gurken ´In the Eye of the Storm´ und ´Poisoned Arrow´ würden mit klarem Gesang bestenfalls als Allerwelts-Melodic-Rocker durchgehen und sind bei aller Liebe zu beseelten (manchmal auch arg selbstverliebten) Gitarrenspielereien schlicht dröge. Das forsch vertrackte Riffing von ´Sunset Over The Empire´ (die chorischen Gesangsarrangements sind arg schwülstig und leider auch das Hook der Nummer) ruft einem ins Gedächtnis, dass Michael Amott und Jeff Loomis mal bei Carcass respektive Nevermore gitarristische Handkantenschläge austeilten. So weit, so gut. Neue Erkenntnisse zur Causa ARCH ENEMY? Njet.

FAZIT: Sie spielen ihren Schuh herunter, wobei ihnen freilich weiterhin niemand etwas vormacht - "Deceivers" ist eine solide, erwartbare ARCH ENEMY-Platte: hervorragend gespielt, aalglatt produziert und mit charismatischen Vocals bereit für die Massen, Legiert mit Todesblei an der Oberfläche und hardrockig bieder im Herzen voller singbarer Gitarrenleads irgendwo zwischen frühen Scorpions und Helloween. Die abfällige Bezeichnung "Mädchen-Death-Metal", mit der Neider um sich werfen, geht zu weit, aber mehr als "unterhaltsam" ist die Chose halt auch nicht, und zwar bestimmt schon seit "Wages of Sin" (2001) nicht mehr. Der Erfolg gibt ihnen… Halt die Klappe jetzt.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1460x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • 01. Handshake With Hell (05:38)
  • 02. Deceiver, Deceiver (03:51)
  • 03. In The Eye Of The Storm (04:09)
  • 04. The Watcher (04:58)
  • 05. Poisoned Arrow (03:51)
  • 06. Sunset Over The Empire (04:03)
  • 07. House Of Mirrors (03:40)
  • 08. Spreading Black Wings (04:46)
  • 09. Mourning Star (01:36)
  • 10. One Last Time (03:49)
  • 11. Exiled From Earth (04:44)

Besetzung:

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