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Der Assistent: Der Assistent (Review)

Artist:

Der Assistent

Der Assistent: Der Assistent
Album:

Der Assistent

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Deutscher Indie-Dub-Pop mit 80er-Jahre-Lockenwicklern gewellt

Label: Papercup Records
Spieldauer: 28:40
Erschienen: 17.03.2023
Website: [Link]

Jeder braucht angeblich einen Assistenten – zumindest wenn man Tom Hessler Glauben schenken will!
Tom Hessler???
Ja, genau der, der mit „Neue Lunge“ das allerschönste Igel-Musik-Video aller Zeiten in die stachelige YouTube-Welt setzte und zudem der FOTOS-Sänger ist.

Tom Hessler ist der musikalische Assistent für alle Lebenslagen, der mit seinem deutschsprachigen Indie-Dub-Pop mitunter auch den Seelenklempner für die abgehängten Zeitgenossen des Alltags spielt und sie zärtlich in seinen (mitunter watteweichen) Klangwolken auffängt, damit diese wieder den richtigen Weg in Richtung Siebter Himmel einschlagen können, ohne auf der Strecke zu verbrennen oder überrannt zu werden. Unter solchen Bedingungen darf man sein Musikprojekt nur zu gerne DER ASSISTENT nennen.

Auch spielen dieses Mal auf seinem „Der Assistent“-Album zwar keine Igel, dafür aber verträumt vor sich hinschwebende, sich vom Wind treiben lassende und ihre Kreise ziehende „Schwalben“ (besonders die aus Papier) eine ganz wichtige Rolle.

Und alles, was für die Schwalben gilt, gilt auch für die Musik hinter diesem dub-schwebenden Album und die mitunter etwas verklausulierten, geheimnisvollen Texte: „Schwalben, ziehen ihre Kreise, nur der Wind kennt, das Ziel unserer Reise...“

Doch bevor sich die natürlichen und künstlichen Vögel auf die Reise machen, versendet DER ASSISTENT von Anbeginn seines Albums an seine eindeutigen „Signale“, welche den musikalischen Weg, den Hessler einschlägt, recht klar ankündigt.

Unser Musik-ASSISTENT lässt uns tief eintauchen in die deutschen wie internationalen Wellenbewegungen der 80er- und 90er-Jahre, während er hierbei deutliche Erinnerungen an RHEINGOLD sowie DIE STERNE und die tiefe Melancholie von BLACK weckt oder sogar SADE in unseren smoothoperatormäßigen Sinn verschlägt.

Dub, Elektronik, World, Pop, etwas Soul und deutsche Texte, die poetisch genauso filigran schweben wie die Musik. Electro-Pop-Träumereien, die durchaus auch die Qualität besitzen, einen in den Schlaf zu schaukeln, was in diesem Falle nicht böse, sondern ehrlich gemeint ist. Alle, die auf wilde Hops- und flotte Tanz-Musik oder headbangende Rhythmus-Eruptionen stehen, müssen sich unbedingt einen anderen Assistenten suchen.

Die Träumer unter uns, die gerne beim Hören die Augen schließen, manchmal vor Erschöpfung gar einschlafen, sind aber genau an der richtigen Stelle und dieses Album wird sicherlich „Das Objekt“ ihrer Begierde werden.

Es ist bereits das sechste Studio-Album von DER ASSISTENT (bzw. FOTOS), das allerdings mit einer Laufzeit von knapp unter einer halben Stunde sehr kurz ausgefallen ist. Da dauert selbst ein Domino-Spiel, das hier ebenfalls verewigt wird, deutlich länger...

...Dafür ist die (eben kurzweilige) Musik darauf umso besser ausgefallen und entfaltet durchaus eine Langzeithaltbarkeit, denn sie weckt wieder Erinnerungen an längst vergessene (stellenweise bei so viel Peinlichkeit auch verdrängte) Zeiten, die sich unmittelbar vor und nach dem Mauerfall als frisch gelockte musikalische Dauerwelle breitmachte und uns die „Dreiklangdimensionen“ zu erklären versuchte. Doch statt auf solch komplizierte Worte zurückzugreifen, beschränkt es sich sogar nur auf den Buchstaben „W“...

...oder spielt zu einer wunderschönen „Titelmelodie“ (der einzige Instrumentaltitel des Albums) mit uns „Domino“.

FAZIT: Werfen wir nur einen Blick auf das so einfach gestaltete, aber trotzdem sehr wirkungsvolle LP-Cover, von dem uns DER ASSISTENT Tom Hessler entgegenblickt: Etwas traurig, etwas nachdenklich, etwas verträumt, ziemlich ernst sogar und im Schwarz-Weiß-Retro-Charme der 80er-Jahre, in denen man ja bekanntlich auch sehr gerne tanzte. Das alles sagt viel über den deutschsprachigen Dub-NDW-Traum-Pop hinter „Der Assistent“ aus. Ein Blick zurück – und zwar mit musikalisch erhobenem Haupt. Schade dass nur etwas unter einer halben Stunde Musik auf der LP herausgesprungen ist. Da sind die musikalischen Erinnerungen viel zu schnell schon wieder vorbei von diesem feinen deutschen Indie-Dub-Pop mit 80er-Jahre-Lockenwicklern gewellt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 724x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (14:42):
  • Signale (3:22)
  • Domino (3:23)
  • Das Objekt (3:59)
  • Schwalben (3:58)
  • Seite B (13:58):
  • W (3:47)
  • Titelmelodie (2:55)
  • Mann ohne Vergangenheit (3:32)
  • Das süße Leben (3:44)

Besetzung:

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