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Frogcodile: Favourite Dish (Review)

Artist:

Frogcodile

Frogcodile: Favourite Dish
Album:

Favourite Dish

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Art- und Electro-Pop, Indie, Alternative

Label: Hey!blau
Spieldauer: 38:24
Erschienen: 29.10.2021
Website: [Link]

FROGCODILE?
Aha – gehen wir dem Namen der Wuppertaler Band einfach mal auf den Grund, denn der verrät schon einiges über die seltsamen, oft zwischen Melancholie und Abgehobensein schwebenden Sounds, die uns bei diesem verspielten Quartett erwarten. Ein Frosch trifft auf ein Krokodil, beide vereinen sich, obwohl sie unvereinbar scheinen, und schwupps ist das Ergebnis ein FROGCODILE, das gerne mit modern-elektrifizierten Klängen, hallenden Gitarren, flirrende Synthies, Echo-Gesang und Art-Pop-Melodien spielt und dabei noch viel lieber auf Electronics, Progressives, Pop-Melodiöses sowie Minimalismus setzt und sich in den besten Momenten als Spielkameraden NOTWIST und RADIOHEAD – allerdings nur deren deutlich elektronischer veranlagten Werke – aussucht.

FROGCODILE selber nennen ihre Musik „melancholischen Progressive Rock“, doch das trifft's nicht wirklich auf den Punkt, denn vielmehr haben wir es bei „Favourite Dish“ mit einer Form von Art Pop und Progressiven Electronics zu tun, bei den neben den bereits benannten 'Spielkameraden' außerdem Erinnerungen an STEREOLAB oder auch POLARKREIS 18 geweckt werden. Alles große Adressen – manchmal noch zu groß für FROGCODILE, weil der gute Überraschungs-Kroko mitunter zu intensiv zuschnappt und dem frechen Kermit in den sich in Electro-Sounds räkelnden Hintern beißt.

Textlich lassen FROGCODILE nichts anbrennen, öffnen ihre intimen Hinterkämmerchen, lassen ihre Vergangenheit an sich vorüberziehen und stellen diese durchaus infrage, wenn beispielsweise „Smoke & Mirrors“ immer wieder mit der ängstlichen Frage aufwartet: „Are you coming back to bed tonight?“ Da scheint in der Beziehung so einiges schiefgelaufen zu sein.
Allen Texten, denen durchaus eine echte Singer/Songwriter-Attitüde innewohnt, thematisieren im Grunde die Suche nach dem eigenen Ich, bei der man jede Menge Fehler – wie beispielsweise dem nach außen „Alles ist gut“-Gehabe, während man sich im stillen Kämmerlein nur noch mit einer gehörigen Prise Zynismus über Wasser hält – begehen kann.

Seltsam, dass gerade mit „Smoke & Mirrors“ eine von der akustischen Gitarre und sehr emotionalen Gesang bestimmte Ballade, die sich im Verlaufe der gut vier Minuten zur ganz großen Hymne erhebt und mit knackigen Rhythmen ausbricht, zum Highlight des Albums wird. Und „Moon Gaze“, diesmal extrem in Richtung ARCHIVE und FLAMING LIPS schielend, setzt noch ein psychedelisches Sahnehäubchen drauf – sodass „Favourite Dish“ zum LP-Ende hin zum ganz großen Finale, sogar mit ein paar unüberhörbaren Grunge-Ausbrüchen, ausholt und dieses souverän zur Vollendung führt.
Hier zeigen FROGCODILE wozu sie wirklich in der Lage sind.
Und genau hier sollten sie auch weitermachen!

FAZIT: Wenn das Krokodil es lautstark mit dem Frosch treibt, ohne den dabei aufzufressen, sondern höchstens andersweitig zu vernaschen, dann kommt ein musikalisches FROGCODILE aus Wuppertal dabei heraus, denen es gelingt, mit „Favourite Dish“ eine interessante Musik-Mischung aus psychedelisch angehauchten Electronics sowie modernen Art Pop und hallenden Gitarren samt geheimnisvollen, irgendwie schwebenden Gesang so lange zu verquirlen, bis die schönsten Erinnerungen zwischen ARCHIVE und den FLAMING LIPS geweckt werden. Musikalisch wie textlich eine sehnsuchtsvolle Sinnsuche nach dem perfekten Ton und dem grandiosesten Wort sowie dem musikalischen Band, das einen Frosch mit einem Krokodil verbindet.
Besonders empfehlenswert ist hierbei die Vinyl-Version im Gatefoldcovver, in dessen aufgeklappter Innenseite man alle Texte findet.

PS: Und zur Feier des Tages und der Veröffentlichung dieser Review verlosen wir gleich zwei Vinyl-LP's dieses Albums, wenn ihr uns die Frage richtig beantwortet: Aus welchen beiden Tieren setzt sich der Bandname FROGCODILE zusammen? (Antwort bis zum Freitag, dem 20. Mai 2022, an thoralfkoss@arcor.de unter dem Betreff 'Frogcodile')

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 762x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (17:11):
  • Soon Enough (3:21)
  • Shipwreck (3:59)
  • Doing Fine (3:28)
  • Arrows (3:20)
  • Unknown Fish (3:03)
  • Seite B (21:13):
  • Alien (4:16)
  • Outcome (4:06)
  • Pedestal (3:45)
  • Smoke & Mirrors (4:21)
  • Moon Gaze (4:45)

Besetzung:

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