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The Band: The Band (The Brown Album) (Review)

Artist:

The Band

The Band: The Band (The Brown Album)
Album:

The Band (The Brown Album)

Medium: Do-LP
Stil:

Americana-Folk-Rock-Kult

Label: Capitol/Universal Music
Spieldauer: 43:22
Erschienen: 25.11.2019
Website: [Link]

Gerade erst wartete der Herr Brüggemeyer im aktuellen Januar-Rolling-Stone mit der schlagkräftigen Zeile „Das beste Album der besten amerikanischen Band“ auf und suhlt sich in gleich zwei Superlativen zu „The Band“ von THE BAND. So schnell verliert man wie so oft beim Rolling Stone den Glauben an die musikalische Gegenwart, die also in den letzten 50 Jahren anscheinend nichts Besseres mehr hervorgebracht hat. Kehren wir also besser – nein, am besten – wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und genießen die luxuriösen und nobel aufgemachten Neuausgaben der halbjahrhundertigen Jubiläumsedition von „The Band“ einer Band, die (Achtung!!!) aus vier Kanadiern und nur einem Amerikaner bestand.

THE BAND schufen tatsächlich einen einzigartigen und großartigen Sound auf ihrem „The Brown Album“, wie man das hier vorliegende, ursprünglich am 22. September 1969 veröffentlichte, zweite THE BAND-Album der Farbe des Covers wegen auch nannte. Es reiht sich damit neben so einigen anderen echten, ebenso großartigen Kult-Alben – besonders auch denjenigen, die aus der LITTLE FEAT- und CROSBY, STILLS, NASH & (NEIL) YOUNG-Ecke kamen – ansatzlos ein und gehört wie selbstverständlich in jede halbwegs gut sortierte LP-Sammlung.
Ein Klassiker des Americana-Folk-Rocks eben!

Unübersehbar prangt auf der Rückseite des Gatefold-LP-Covers das Zitat aus dem Jahr 1917 des afro-amerikanischen Musikers SHELTON BROOKS, der wohl das Folk-Rock-Quintett zu ihrem eigenartigen Namen verhalf: „I'll be down to get you in a taxi honey / Better be ready by half past eight / Now, honey don't be late / I want to be there / When THE BAND starts playing...“
Ein Zitat, das nach dem abgefeierten THE BAND-Debüt „Music From Big Pink“ auch für den Folk-Fünfer zutraf. Denn zwischenzeitlich hatten die Musiker Robertson, Danko, Helm, Manuel & Hudson durch ihren abwechslungsreichen, recht einzigartigen Sound für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Nun legten sie mit „The Band“ sogar eine noch bessere Scheibe nach, die mehrere Songs enthielt, welche heutzutage als echte Klassiker gelten und beispielsweise mit einer Ballade wie Whispering Pines jedem ruhigeren Dylan- und Young-Titel echte Konkurrenz machen.
„Jawbone“ klingt wiederum wie eine Spitzennummer aus dem Hause PROCOL HARUM.
Jeder Song eine Überraschung und nicht vorhersehbar.

Und dann kommt bei der Neuausgabe dieses legendären Albums der (leider oftmals nur verstanden als) „Begleit“-BAND von BOB DYLAN die erste faustdicke Überraschung, denn aus dem ursprünglich auf einer LP basierenden braunen Album wurde eine Doppel-LP, bei der immer drei Titel auf jeweils eine LP-Seite verteilt wurden. Der Grund dafür wird allen Klangfetischisten Freudentränen in die Augen treiben, denn um den optimalen, unübertroffenen Vinyl-Klang aus den Aufnahmen herauszuholen, laufen die Scheiben in Maxi-Single-Geschwindigkeit von 45rpm statt dem gewöhnlichen 33er-Tempo.
Das wiederum hat zur Folge, dass man mit seinen alten Knochen auch in ständiger Bewegung bei dieser Neuausgabe bleibt, da man laufend nach etwa 10 Minuten zu seinem Plattenspieler flitzen muss, um die LP umzudrehen, damit man daraufhin den großartig remasterten Sound (neuer Stereo-Mix der Doppel-LP durch den ebenfalls legendären Bob Clearmountain) aus den schwarzen Rillen genießen kann.

„The Band“ stand anno 1969 zudem in unmittelbarer Konkurrenz zu „Abbey Road“ der BEATLES, das vier Tage später erschien. Der enge Bezug beider Alben zueinander ergibt sich auch aus einer Einladung von GEORGE HARRISON an ROBBIE ROBERTSON, der kurz zuvor gemeinsam mit BOB DYLAN & THE BAND auf dem Isle Of Weight Festival vor über 150.000 Menschen aufgetreten war. Harrison und Robertson hörten sich dabei gemeinsam ihre Alben „Abbey Road“ und „The Band“ an, wozu Robertson bemerkte: „Verglichen mit 'Abbey Road' hörte sich unser Album ein bisschen zu rustikal und hausgemacht an.“

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass beispielsweise so ein Song wie „The Night They Drove Old Dixie Down“ unangefochten einer der besten Songs aller Zeiten ist, der sogar durch die außergewöhnliche, oftmals fälschlicherweise in die Schlagerecke gerückte, sehr begabte JULIANE WERDING eine durchaus gelungene deutschsprachige Coverversion („Am Tag als Conny Kramer starb“) beschert wurde, der ihr zugleich einen ganz großen Hit und den Durchbruch als Musikerin bescherte, auch weil sie sehr authentisch und bewegend dabei über ihren Freund, mit dem sie früher Straßenmusik gemacht hatte und der als erster Drogentoter Essens endete, zur Old-Dixie-Down-Melodie sang.
THE BAND greift allerdings im Werding-Gegensatz in ihrem Kult-Song nicht etwa eine Drogenproblematik, sondern den 100 Jahre zurückliegenden US-Bürgerkrieg auf. Schlagzeuger LEVON HELM, der den Song auch singt, stellt zusammenfassend zu ihrem braunen Album fest: „Eine schwierige Platte war das. Wir wollten eine machen, die man erst beim zweiten Durchhören begreift.“

Am Ende wurde „The Band“ von THE BAND eine Platte, die man wieder und wieder hört – auch heute noch – und die zu keinem Zeitpunkt ihre Faszination verliert. Braucht's da noch ein weiteres FAZIT? Ein Album für die Ewigkeit – das jedenfalls kann man 50 Jahre nach dessen Erscheinen unwiderruflich resümieren.

PS: Natürlich gibt’s auch von diesem Meisterwerk wieder die verschiedensten Ausgaben, als aufwendig produzierte, erweiterte und neu abgemischte Jubiläumsedition in einer Vielzahl von Konfigurationen: Flankiert von Neuauflagen als 2CD-Set, Doppel-LP (180g-Heavyweight-Vinyl) und digitalem Release ist der Roots-Rock-Meilenstein unter anderem auch als Super-Deluxe-Boxset - bestehend aus 2CDs, Blu-ray, 2LPs, 7"-Single und Hardcover-Buch erhältlich.
Und zur Entscheidungshilfe beim Kauf hier noch die kompletten Titellisten der Luxus-Ausgaben:

== THE BAND (50th Anniversary Edition) Tracklists ==
CD1; Digital
1. Across The Great Divide
2. Rag Mama Rag
3. The Night They Drove Old Dixie Down
4. When You Awake
5. Up On Cripple Creek
6. Whispering Pines
7. Jemima Surrender
8. Rockin' Chair
9. Look Out Cleveland
10. Jawbone
11. The Unfaithful Servant
12. King Harvest (Has Surely Come)
= Bonustracks =
11. Up On Cripple Creek (Earlier Take)
*12. Rag Mama Rag (Alternate Version)
*13. The Unfaithful Servant (Alternate Version)
*14. Look Out Cleveland (Instrumental Mix)
*15. Rockin' Chair (A Cappella / Stripped Down)
*16. Up On Cripple Creek (Instrumental Mix)
* bis dato unveröffentlicht
CD2; Digital
= Live At Woodstock, 1969 (Original Rough Mixes) =
1. Chest Fever
2. Tears Of Rage
3. We Can Talk
4. Don't Ya Tell Henry
5. Baby Don't You Do It
6. Ain't No More Cane On The Brazos
7. Long Black Veil
8. This Wheel's On Fire
9. I Shall Be Released
10. The Weight
11. Loving You Is Sweeter Than Ever
= Additional Studio Bonustracks =
12. Get Up Jake (Outtake - Stereo Mix)
13. Rag Mama Rag (Alternate Vocal Take - Rough Mix)
14. The Night They Drove Old Dixie Down (Alternate Mix)
15. Up On Cripple Creek (Alternate Take)
16. Whispering Pines (Alternate Take)
17. Jemima Surrender (Alternate Take)
18. King Harvest (Has Surely Come) (Alternate Performance)
Blu-ray (Stereo and 5.1 Surround - High Resolution Audio: 96 kHz/24 bit)
1. Across The Great Divide
2. Rag Mama Rag
3. The Night They Drove Old Dixie Down
4. When You Awake
5. Up On Cripple Creek
6. Whispering Pines
7. Jemima Surrender
8. Rockin' Chair
9. Look Out Cleveland
10. Jawbone
11. The Unfaithful Servant
12. King Harvest (Has Surely Come)
= Bonustracks =
13. Up On Cripple Creek (Earlier Version)
14. Rag Mama Rag (Alternate Version)
15. The Unfaithful Servant Alternate Version)
16. Look Out Cleveland (Instrumental Mix)
17. Rockin' Chair (A Cappella / Stripped Down)
18. Up On Cripple Creek (Instrumental Mix)

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 652x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • Seite A (9:24):
  • Across The Great Divide (2:52)
  • Rag Mama Rag (3:02)
  • The Night They Drove Old Dixie Down (3:30)
  • Seite B (11:34):
  • When You Awake (3:10)
  • Up On Cripple Creek (4:29)
  • Whispering Pines (3:55)
  • Seite C (10:17):
  • Jemima Surrender (3:30)
  • Rockin' Chair (3:40)
  • Look Out Cleveland (3:07)
  • Seite D (12:07):
  • Jawbone (4:17)
  • The Unfaithful Servant (4:15)
  • King Harvest (Has Surely Come) (3:35)

Besetzung:

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Interviews:
  • keine Interviews
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