Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Weltraum: Feuer/Sweet Valentine (Review)

Artist:

Weltraum

Weltraum: Feuer/Sweet Valentine
Album:

Feuer/Sweet Valentine

Medium: CD
Stil:

Krautrock/Psychedelic/Instrumental

Label: AREADB
Spieldauer: siehe Tracklist
Erschienen: 07.05.2010
Website: [Link]

Freunde meditativer und spaciger, artrockiger und krautiger, World Music-artiger und progressiver Klänge, die besonders dem experimentellen Schaffen PINK FLOYDS und AMON DÜÜLs, aber auch Klangerzeugnissen der OZRIC TENTACLES zugetan sind, werden bei diesen beiden überlangen Alben, deren Stücke nicht selten die 20-Minuten-Grenze gnadenlos überschreiten, von Ohr zu Ohr grinsen

Zwei Gitarren, ein Bass, Schlagzeug, Didgeriddoo, Djembe, Synthesizer – mehr benötigt das Soester Septett nicht, um in freigeistiger Jam-Manier einfach seinem Flow zu folgen und die „Songs“ in unvorhersehbare Richtungen zu lenken. Wobei... lenken... wer lenkt hier wen? Was passiert, passiert einfach, egal, wohin es geht, ganz ohne Regeln oder Strukturen. Und ganz ohne Gesang, denn den braucht es gar nicht, weil die Musik hier das Wort hat. Die perfekt abgestimmte Band leistet sich keine Schnitzer, jeder hört auf jeden, jeder gestaltet die Reise mit, Empathie, Telepathie, Synergie, selbst die Zuhörer sind ein aktiver Teil des Ganzen, denn in der Regel sind die WELTRAUM-Alben nichts weiter als Mitschnitte von Konzerten und Live-Events.

Das 76-minütige „Feuer“ wurde beispielsweise 2009 auf dem Feuerwelt Festival in Mühlheim am Main mitgeschnitten, und „Sweet Valentine“ beinhaltet zwei Liveaufnahmen von der Bad Wildunger Klangfreunde-Party, die im selben Jahr stattfand. Lediglich die ersten drei Tracks auf letztgenannter Scheibe sind sogenannte Recordingsessions, die in der Heimatstadt der Band über die Bühne (?) gingen – zwei davon für die CD-Konserve etwas zurechteditiert, damit auch alles Wichtige drauf passt.

Einige werden ihre Probleme mit diesen doch sehr ausufernden, oftmals ewig lang auf einem Thema basierenden, selbst produzierten Sessions haben, doch die Herangehensweise der Band ist nun mal sehr jamfixiert, und da spielt man sich schon mal in Trance und hängt auf einem mehrminütigen Trip fest. Wer so etwas wie Songstrukturen oder die Einhaltung musikalischer Gesetze erwartet, befindet sich daher völlig auf dem Holzweg.

WELTRAUM bringen ein relativ hohes Pensum an Veröffentlichungen auf. Wenn man dem Pressezettel, das den beiden CDs beilag, Glauben schenken darf, haut der Siebener im Jahr durchschnittlich vier Alben raus. Okay, das mag vielleicht etwas viel sein, doch es ist doch völlig in Ordnung, so lange die Quantität nicht die Qualität überlagert. Und letztendlich liegt es ja an jedem selbst, wie viel davon im Plattenschrank landen soll.

FAZIT: Ein Doppelrelease mit über zweieinhalb Stunden voller „Ommmm“ - das spaltet die Hörerschaft, und die einzelnen Hörer können letztendlich selbst bestimmen, ob sie davon laufen oder sich von den Schallwellen treiben lassen wollen. Jedenfalls kann man nicht abstreiten, dass WELTRAUM eine sehr kreative, hingebungsvolle Band ist, die völlig in dem aufblüht, was sie ihren Instrumenten entlockt.

Ach so, ja: Ich überlegte lange, ob ich jedes der beiden Alben separat bespreche, habe mich dann aber doch für ein Kombi-Review entschieden, zumal sich die Punktevergaben nicht all zu viel nehmen. Da mir „Feuer“ aufgrund seiner präsenteren Liveatmosphäre mehr zusagt, zücke ich für dieses Werk zwölf Punkte, während „Sweet Valentine“ erst in den zwei „echten“ Livestücken am Ende der Platte eine ähnliche Magie entwickelt und nur zehn Zähler einfahren kann. Das sind unterm Strich satte elf Punkte, die sich die Truppe redlich verdient hat.

Chris Popp (Info) (Review 5820x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Feuer (76:32)
  • A Hard Break For The Gods Of Fire Pt. 1
  • A Hard Break For The Gods Of Fire Pt. 2
  • Rolls Royce Rocket
  • Astral Traveller
  • Four To The Flour
  • Sweet Valentine (79:48)
  • My Sweet Valentine
  • Faceless Truth
  • Supernova Reset Groove
  • Fungusca Timewarp
  • Relativity

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Mirko
gepostet am: 25.05.2010

Der erste Absatz hat mir schon gereicht. Wird reingehört :-)
Mirko
gepostet am: 26.05.2010

User-Wertung:
13 Punkte

Ich könnte mich echt ärgern, dass ich von der Band vorher noch nichts gehört habe. Genau meine Musik.
Major5
gepostet am: 01.06.2010

User-Wertung:
13 Punkte

Abgefahren! Ein tranciges Erlebnis der Sonderklasse (Feuer). Stehe normal auf Metal/Pink Floyd Gilmour-Ära/Trance.
Geiles Zeug! Klingt gleichzeitig nach Rock/Trance/Wave/Pink Floyd usw., sehr bemerkenswert. Die Sphärenklänge erinnern mich ganz entfernt an Astral Projection.
Dazu im Booklet teilweise diese Milchgesichter, die wie die Superprofis spielen. Es sind welche, Hut ab!
Krautrocker68
gepostet am: 07.09.2010

Ich liebe Krautrock. Aber mal im Ernst: Weltraum ist der letzte Scheiss. Habe selten ne schlechtere Kombo in dem Genre gehört. Möchtegern-Tonschrott!!! Das Geld hät ich mir sparen soll´n. 1000 MINUSPUNKTE an diese Retorten-Hippies...
tom 74
gepostet am: 19.09.2010

User-Wertung:
1 Punkte

oh mann...weltraum is doch kein krautrock.und wer das als URGESTEIN der krautrock-fangemeinde nicht peilt,is selber schuld.
weltraum steht für sich.die einen findens doof,die anderen lieben es.eben nicht massenkompatibel.und da steh ich drauf.
geile kombo.special eben.
tom 74
gepostet am: 19.09.2010

User-Wertung:
13 Punkte

oh,sorry,punktevergabe-irrtum...
CanNot
gepostet am: 02.10.2010

Ich finde Feuer besser als Sweet Valentine, zumindest als Gesamtwerk. Auch wenn ich Weltraum jetzt nicht für totale Virtuosen können sie sich meiner Meinung nach durchaus hören lassen.
@Krautrocker68: Wenn Du wirklich Ahnung von Musik hättest wäre Deine Kritik auch konstruktiv. So ist sie allenfalls subjektiv, und ziemlich daneben.
Stefan
gepostet am: 08.06.2011

User-Wertung:
13 Punkte

Eine neue Erfahrung für mich. Bisher hatte ich nicht dergleichen auf dem Deckel. Schade eigentlich, sonst hätte ich schon viel früher den Genuß gehabt. Danke Weltraum!
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Wieviele Monate hat das Jahr?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!