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Slipknot: We Are Not Your Kind (Review)

Artist:

Slipknot

Slipknot: We Are Not Your Kind
Album:

We Are Not Your Kind

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Modern Metal

Label: Roadrunner/ Warner
Spieldauer: 60:03
Erschienen: 09.08.2019
Website: [Link]

Ausgrenzung. Der Begriff kommt zuerst in den Sinn, wenn man den Titel "We Are Not Your Kind" liest, der sich entweder als authentischer Ausdruck der "raison d'être" von SLIPKNOT oder im Sinne von Imagepflege begreifen lässt. Hört man allerdings die Musik, die sich dahinter verbirgt, neigt man wahrscheinlich zu Ersterem.

Die allerorts schon lange im Vorfeld vieldiskutierte Scheibe wirkt nach dem Tränental, das nicht nur Frontmann Taylor in den letzten Jahren durchschritt, eindeutig lebensbejahend - und das nicht nur in Bezug auf die eröffnende Single 'Unsainted', ein Fanal gegen Selbstmord, der irrtümlich als Märtyrertum verstanden wird. Unter SLIPKNOTs vertrautem Producer Greg Fidelman ist Songmaterial entstanden, das gleichzeitig die Frühphase der Band zitiert (manchmal arg offensichtlich wie in Form von 'Critical Darling') und in dem Maße Neuerungen vorstellt, wie es ihre Fans bzw. "Maggots" zu würdigen wissen.

Am Ende des Tages sprechen wir nämlich nach wie vor von einem Megaseller, der unter Garantie wirtschaftlichen Zwängen unterworfen ist, und die Mitglieder mögen sich damit brüsten, Selbstverwirklichung hätte im Vordergrund gestanden: Hinter "We Are Not Your Kind" steckt auch kommerzielles Kalkül, das dem erhalten gebliebenen Hauptanliegen des Kollektivs, die eigenen Seelen schonungslos zu veräußerlichen, wohlgemerkt nicht zuwiderlaufen muss.

Verhältnismäßig frisch im SLIPKNOT-Kontext wirken der Quasi-Industrial von 'Spiders' und 'Birth of the Cruel' sowie das teils akustische 'Liar’s Funeral' und die "Ballade" 'My Pain', beides unaufgesetzt emotionale Highlights des Albums. Ansonsten zieht sich eine von den Overall-Fetischisten nahezu im Alleingang etablierte Hart-Zart-Masche, die auf musikalisch scheinbar chaotischen, Strophen mit Gebrüll und erhebenden, melodisch gesungenen Refrains beruht, verziert durch reichlich Getrommel und ein paar feinfühlig dosierte Platten-Scratches.
Zeit gelassen

SLIPKNOT möchten mit ihrem neuen Werk das Album als klassische Veröffentlichungsform von Musik wiederbeleben, statt wie andere nur noch auf Singles zu setzen, die man Alibi-mäßig um belangloses Zeug zwischendrin ersetzt, um auf die Spielzeit einer LP zu kommen; in Anbetracht der Dynamik von "We Are Not Your Kind" ist ihnen dies gelungen, obzwar sie beileibe nicht die Einzigen sind, die diese alte Tugend im Rock und Metal aufgreifen bzw. überhaupt nie aufgegeben haben.

FAZIT: Katharsis, Lebenshilfe, emotionaler Striptease … alles inhaltlich ausgehöhlte Klischee-Wörter, die bei SLIPKNOTs sechstem Werk letztendlich doch greifen. Die Amerikaner packen den sprichwörtlichen Stier nach einer Durststrecke bei den Hörnern und feiern das 20. Veröffentlichungsjubiläum ihres Debüts mit einer Scheibe, die für mustergültige Konsolidierung steht. Gefährlich ist die Band längst nicht mehr, kommt einem aber so aufrichtig vor wie lange nicht mehr vor - womöglich just deshalb, weil sie sich eine Weile rar gemacht und zu Spekulationen über ihr Fortbestehen angeregt hatte. Schönhören aufgrund von Erleichterung? Die Zukunft wird zu Tage fördern, ob die Scheibe einen ähnlichen Status erlangt wie etwa "Iowa", selbst wenn der Vergleich dazu hinkt.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1176x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Insert Coin
  • Unsainted
  • Birth Of The Cruel
  • Death Because Of Death
  • Nero Forte
  • Critical Darling
  • Liar’s Funeral
  • Red Flag
  • What’s Next
  • Spiders
  • Orphan
  • My Pain
  • Not Long For This World
  • Solway Firth

Besetzung:

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Interviews:
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